Die Behandlung des Grauen Stars besteht im Austausch der getrübten natürlichen Linse gegen eine klare künstliche Linse – eine sogenannte Intraokularlinse. Ziel des Eingriffs ist es, den Lichteinfall wieder zu verbessern und damit die Sehqualität deutlich zu steigern.
Die Kataraktoperation ist der am häufigsten durchgeführte chirurgische Eingriff weltweit. In Deutschland wird sie jedes Jahr mehrere hunderttausend Mal vorgenommen. Das Verfahren wird seit Jahrzehnten kontinuierlich optimiert und gilt heute als äußerst sicher, präzise und gut planbar.
Üblicherweise findet die Operation ambulant statt; nur in besonderen Situationen ist ein stationärer Aufenthalt erforderlich. Der Eingriff selbst ist minimalinvasiv, in der Regel schmerzfrei und dauert meist nur wenige Minuten.
Auch wenn beide Augen betroffen sind, wird immer nur ein Auge pro Termin operiert. Begonnen wird mit dem stärker eingetrübten Auge.
Schritt für Schritt durch die Operation
1. Betäubung
Vor Beginn erhalten Sie Augentropfen zur örtlichen Betäubung. Falls gewünscht, kann zusätzlich eine Sedierung erfolgen. Diese versetzt Sie in einen entspannten Dämmerschlaf – Sie bleiben ansprechbar, erleben die Situation jedoch deutlich ruhiger.
2. Zugang zum Auge
Über einen winzigen Schnitt von nur wenigen Millimetern an der Hornhaut wird der operative Zugang geschaffen. Aufgrund der Betäubung wird dieser Schritt üblicherweise nicht wahrgenommen.
3. Entfernung der natürlichen Linse
Zunächst wird die Linsenkapsel eröffnet. Anschließend wird der verhärtete Linsenkern mithilfe von Ultraschall in kleine Bestandteile zerlegt und zusammen mit dem restlichen Linsenmaterial abgesaugt. Der Kapselsack bleibt erhalten, da er später als Halterung für die Kunstlinse dient.
4. Einsetzen der Kunstlinse
Die neue Linse wird gefaltet in das Auge eingebracht. Dort entfaltet sie sich und wird exakt positioniert. Spezielle elastische Halteelemente sorgen für einen sicheren Sitz.
Bei torischen Linsen ist eine besonders präzise Ausrichtung notwendig, um zusätzlich eine Hornhautverkrümmung zu korrigieren. Der korrekte Winkel wird vorab bestimmt und während der Implantation exakt umgesetzt.
5. Ende des Eingriffs
Der kleine Zugang verschließt sich selbstständig – eine Naht ist nicht erforderlich. Zum Schutz erhalten Sie einen Verband. Nach einer kurzen Ruhephase und wenn Ihr Kreislauf stabil ist, können Sie wieder nach Hause gehen.
Die Zeit nach der OP
Bereits am nächsten Tag entfernen wir den Verband und kontrollieren das Auge. Viele Patientinnen und Patienten bemerken zu diesem Zeitpunkt schon eine deutliche Verbesserung, auch wenn sich das Sehen noch etwas ungewohnt anfühlen kann.
In den folgenden Tagen gewöhnt sich das Auge weiter an die neue Linse. Ein stabiles Sehgefühl stellt sich häufig nach wenigen Tagen ein. Für eine endgültige Brillenanpassung – falls erforderlich – sollte man etwa vier bis sechs Wochen warten.
Ein leichtes Fremdkörpergefühl oder Kratzen ist in den ersten Tagen normal und klingt üblicherweise rasch ab.
Für die erste Woche empfehlen wir nachts das Tragen einer Schutzkappe, damit das Auge im Schlaf nicht unbewusst gerieben wird.
Kosten der Behandlung
Die klassische Kataraktoperation mit einer Standardlinse wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Entscheiden Sie sich für eine Premiumlinse mit zusätzlichen optischen Eigenschaften, entstehen individuelle Zuzahlungen. Welche Möglichkeiten es gibt und welche Kosten damit verbunden sind, besprechen wir ausführlich im Vorfeld.
Ein laserunterstütztes Operationsverfahren existiert ebenfalls, wird jedoch in unserer Praxis derzeit nicht angeboten.
Zur Information
Unsere Grauer-Star-OPs finden in ausgelagerten Räumlichkeiten im MVZ des Elbe-Klinikums statt. Es kommen dabei ein modernes Leica Mikroskop und eine Geuder OP-Maschine zum Einsatz.