Ein Glaukom lässt sich nicht rückgängig machen. Ziel jeder Behandlung ist daher, weitere Schäden am Sehnerv zu verhindern. Wird die Erkrankung früh erkannt und konsequent therapiert, kann das Fortschreiten häufig deutlich verlangsamt oder sogar über lange Zeit stabil gehalten werden.
Im Mittelpunkt steht fast immer die Senkung des Augeninnendrucks. Dadurch wird die Belastung reduziert, die auf die empfindlichen Nervenfasern am Sehnervenkopf wirkt.
Wie wird die passende Therapie festgelegt?
Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von verschiedenen individuellen Faktoren ab. Dazu zählen beispielsweise:
- Ihr Alter zum Zeitpunkt der Diagnose
- Das Ausmaß bereits vorhandener Sehnervenschäden
- Bestehende Gesichtsfeldausfälle
- Wie schnell die Erkrankung voranschreitet
- Die zu erwartende weitere Lebensspanne
Auf Grundlage dieser Punkte entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen ein auf Ihre Situation zugeschnittenes Therapiekonzept.
In vielen Fällen reicht zunächst eine medikamentöse Behandlung aus. Zahlreiche Patientinnen und Patienten kommen damit langfristig gut zurecht. Wenn die gewünschte Drucksenkung nicht erreicht wird, können Lasermaßnahmen in Betracht gezogen werden. Operative Eingriffe bleiben schweren Verläufen vorbehalten.
Medikamentöse Behandlung
Die Basistherapie besteht meist aus Augentropfen, die den Augeninnendruck reduzieren. Hierfür stehen unterschiedliche Wirkstoffgruppen zur Verfügung, unter anderem:
- Prostaglandin-Analoga
- Betablocker
- Alpha-2-Antagonisten
- Carboanhydrasehemmer
Je nach Befund können einzelne Präparate oder Kombinationen eingesetzt werden. Ziel ist eine möglichst effektive Drucksenkung bei guter Verträglichkeit.
Lasertherapie
Reicht die Wirkung der Tropfen nicht aus oder treten Unverträglichkeiten auf, kann eine Laserbehandlung sinnvoll sein. In unserer Praxis nutzen wir dafür die Selektive Lasertrabekuloplastik (SLT).
Dieses Verfahren verbessert den Abfluss des Kammerwassers, indem gezielt bestimmte Zellen im Trabekelmaschenwerk stimuliert werden. Der Körper aktiviert daraufhin natürliche Reinigungsmechanismen, wodurch der Augeninnendruck sinken kann.
Die Behandlung erfolgt ambulant, ist schmerzfrei und dauert nur kurze Zeit. Bei vielen Patientinnen und Patienten lässt sich der Druck deutlich reduzieren.
Operative Verfahren
In besonders ausgeprägten oder rasch fortschreitenden Fällen kann eine Operation notwendig werden. Solche Eingriffe gehören jedoch nicht zum Leistungsspektrum unserer Praxis. Sollte dieser Schritt erforderlich sein, besprechen wir mit Ihnen geeignete Überweisungsmöglichkeiten.