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Augenarzt Dr. Hoffmann
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Augenarztpraxis & Sehschule · Bremervörder Str. 42 · 21682 Stade

Früherkennung, Diagnostik und Therapie

Glaukom (Grüner Star)

Was ist ein Glaukom?

Unter dem Begriff Glaukom – häufig auch Grüner Star genannt – fasst man verschiedene Erkrankungen zusammen, bei denen der Sehnerv schrittweise geschädigt wird. Die Folge sind zunehmende Ausfälle im Gesichtsfeld. Unbehandelt kann dies bis zum Verlust der Sehkraft führen.

In Deutschland sind mehrere hunderttausend Menschen betroffen, weltweit gehört das Glaukom zu den häufigsten Ursachen für Erblindung.

Ein erhöhter Augeninnendruck gilt als wichtigster Risikofaktor, allerdings können auch Formen auftreten, bei denen der Druck im Normbereich liegt. Typisch ist eine zunehmende Aushöhlung des Sehnervenkopfes. Besonders problematisch: Die Veränderungen schreiten meist langsam und unbemerkt voran. Beschwerden treten häufig erst auf, wenn bereits ein erheblicher Teil der Nervenfasern dauerhaft geschädigt ist.

Gerade deshalb ist die regelmäßige Vorsorge so entscheidend. Früh erkannt, lässt sich der Krankheitsverlauf in vielen Fällen wirksam bremsen.

Einfach erklärt: Was passiert im Auge?

Der Sehnerv besteht aus Millionen einzelner Sehnervenfasern, die alle Bildinformationen vom Auge zum Gehirn übertragen. Durch erhöhten Augeninnendruck oder Durchblutungsstörungen können diese feinen Nervenfasern zugedrückt werden und nach und nach zerstört werden. Die Weiterleitung der Bildinformationen funktioniert dann immer schlechter. Einmal zerstörte Nervenfasern können leider nicht wiederhergestellt werden – die Therapie zielt daher darauf ab, weitere Verschlechterungen des Sehvermögens zu verhindern.

Welche Glaukomformen gibt es?

Weitwinkelglaukom (Offenwinkelglaukom)

Das ist die häufigste Variante. Hier besteht meist ein Ungleichgewicht zwischen Produktion und Abfluss des Kammerwassers, was zu einem dauerhaft erhöhten Augeninnendruck führen kann. Das Risiko steigt typischerweise ab dem mittleren Lebensalter.

Normaldruckglaukom

Obwohl der Augeninnendruck im Normbereich liegt, kommt es zu einer Schädigung des Sehnervs. Als mögliche Ursachen gelten Durchblutungsprobleme, beispielsweise bei stark schwankendem Blutdruck oder Migräne.

Engwinkelglaukom

Diese seltenere Form kann plötzlich auftreten und zu einem akuten Druckanstieg führen. Ohne rasche Behandlung drohen innerhalb kurzer Zeit erhebliche Schäden.

Angeborenes Glaukom

Eine sehr seltene Variante bei Kindern, bei der Abflussstörungen des Kammerwassers bereits von Geburt an bestehen.

Symptome – warum bleibt das Glaukom oft unbemerkt?

In den meisten Fällen verursacht der Grüne Star lange Zeit keine Schmerzen und keine direkt spürbaren Veränderungen. Das Gehirn kann Defizite zunächst ausgleichen.

Erste Ausfälle betreffen meist die äußeren Bereiche des Gesichtsfeldes. Das zentrale, scharfe Sehen bleibt häufig noch erhalten. Deshalb wird die Erkrankung oft erst spät wahrgenommen.

Im weiteren Verlauf können auftreten:
  • Schatten oder dunkle Bereiche im Blickfeld
  • Nachlassendes Kontrastsehen
  • Schwierigkeiten bei Dämmerung
  • Zunehmende Einschränkung des gesamten Sichtfeldes

Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann sie im Endstadium zur Erblindung führen.

Der Glaukomanfall – ein Notfall

Beim akuten Engwinkelereignis steigt der Augeninnendruck innerhalb kurzer Zeit stark an. Typische Warnzeichen sind:

  • Plötzlich verschwommenes Sehen
  • Starke Augen- und Kopfschmerzen
  • Gerötetes, hart wirkendes Auge
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Eine auffällig reagierende Pupille

In diesem Fall ist sofortige augenärztliche Hilfe erforderlich!

Wer hat ein erhöhtes Risiko?

Grundsätzlich kann jeder Mensch betroffen sein. Bestimmte Faktoren erhöhen jedoch die Wahrscheinlichkeit, ein Glaukom zu entwickeln. Dazu zählen unter anderem:

  • Erhöhter Augeninnendruck
  • Niedriger oder stark schwankender Blutdruck
  • Durchblutungsstörungen oder Migräne
  • Diabetes
  • Längere Kortisontherapie
  • Frühere Augenverletzungen oder Operationen
  • Höhere Fehlsichtigkeiten
  • Zunehmendes Lebensalter
  • Familiäre Vorbelastung
  • Rauchen

Wie wird ein Glaukom behandelt?

Eine Heilung im eigentlichen Sinne ist nicht möglich. Ziel der Therapie ist es, den Sehnerv zu schützen und das Fortschreiten zu stoppen oder zumindest deutlich zu verlangsamen.

In den meisten Fällen beginnt die Behandlung mit Augentropfen, die den Augeninnendruck senken oder die Durchblutung verbessern. Je nach Befund können später Laserbehandlungen oder operative Verfahren notwendig werden.

Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Chancen, das Sehvermögen langfristig zu erhalten.

Glaukom-Therapie