Bei einer Kataraktoperation wird die getrübte körpereigene Linse entfernt und dauerhaft durch eine künstliche Linse – eine sogenannte Intraokularlinse – ersetzt.
Vor dem Eingriff treffen Sie gemeinsam mit uns eine wichtige Wahl: Welche Linse unterstützt Ihre Sehbedürfnisse im Alltag am besten? Grundlage dafür ist eine ausführliche Beratung, bei der wir Ihre Lebensgewohnheiten, beruflichen Anforderungen und persönlichen Wünsche berücksichtigen.
Um die Unterschiede zu verstehen, hilft ein kurzer Blick auf die Funktionsweise natürlicher vs. künstlicher Linsen: Die natürliche Linse kann ihre Form verändern und dadurch zwischen verschiedenen Entfernungen scharfstellen. Dieses aktive Anpassen nennt man Akkommodation. Eine Kunstlinse besitzt diese Fähigkeit nicht – sie ist auf bestimmte Sehbereiche optimiert.
Die von der Krankenkasse finanzierte Standardlinse bietet gutes Sehen entweder in der Ferne oder im Nahbereich. Darüber hinaus stehen moderne Premiumlinsen zur Verfügung, die zusätzliche optische Vorteile bieten oder einen erweiterten Entfernungsbereich abdecken können. Je nach Modell entstehen hierfür individuelle Zuzahlungen.
Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die bei uns verfügbaren Linsentypen.
Einstärkenlinsen ermöglichen scharfes Sehen wahlweise in der Ferne oder in der Nähe. Die meisten Patienten entscheiden sich für scharfes Sehen in der Ferne und nutzen für den Nahbereich (Lesen, Bildschirmarbeit) dann eine Brille.
Die Linse verfügt über einen integrierten UV-Schutz. Sie ist qualitativ hochwertig und stellt für viele Patientinnen und Patienten eine solide Basislösung dar.
Kosten: vollständige Übernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen
Im Unterschied zur Standardlinse werden Lichtstrahlen hier präziser gebündelt. Das kann zu einem verbesserten Kontrastsehen, größerer Schärfentiefe und einem natürlicheren Bildeindruck führen.
Zusätzlich enthält dieser Linsentyp neben dem UV-Schutz einen Filter für schädliches blaues Licht. Da die natürliche Linse im Alter durch ihre gelbliche Verfärbung selbst als Schutzfilter wirkt, kann dieser Effekt nach ihrem Austausch sinnvoll sein – insbesondere bei einer empfindlichen Makula.
Kosten: etwa 450-550 Euro pro Auge inklusive Beratung
Liegt neben dem Grauen Star auch eine relevante Hornhautverkrümmung vor, kann eine torische Linse diese bereits während der Operation mitkorrigieren. Dadurch verringert sich häufig der Bedarf an einer zusätzlichen Brille nach dem Eingriff.
Wie Variante 2 bietet auch diese Linse eine optimierte Abbildungsqualität sowie UV- und Blaulichtfilter.
Kosten: etwa 800-1.000 Euro pro Auge inklusive Beratung
EDoF steht für „Extended Depth of Focus“. Diese Technologie vergrößert den nutzbaren Entfernungsbereich deutlich. Besonders der Zwischenbereich – beispielsweise für Computerarbeit oder Tätigkeiten auf Armlänge – wird komfortabler abgedeckt.
Im Vergleich zu klassischen Multifokallinsen ist das Risiko störender Lichtphänomene wie Halos oft reduziert. Für sehr kleine Schrift kann dennoch gelegentlich eine leichte Lesebrille sinnvoll sein.
Auch diese Linse besitzt integrierte UV- und Blaulichtfilter und unterstützt eine kontrastreiche, natürliche Wahrnehmung.
Kosten: etwa 1.500–2.000 Euro pro Auge inklusive Beratung
Welche Linse für Sie die richtige Wahl ist, hängt vor allem davon ab, welchen Anspruch Sie an Ihre Sehleistung haben. Die von der Krankenkasse übernommene monofokale Standardlinse ist bereits von hoher Qualität und die meisten Menschen, die sich dafür entscheiden, sind damit sehr zufrieden. Soll hingegen die maximale Qualität des Sehens bzw. größtmögliche Unabhängigkeit von einer Brille erreicht werden, kann dieses Ziel die Zusatzkosten für die spezielleren Linsentypen rechtfertigen.